Bachelor-, Diplom- & Doktorarbeiten

Laufende ingenieurgeologische Arbeiten
Nr 
Themen
1

Dipl.-Ing. Majd Hatem, Dissertation:

Numerische Modellierung des Bergsturzes von Goldau mit dem 2D Universal Distinct Element Code UDEC

Beginn der Arbeit WS 2005/06

Der Bergsturz von Goldau löste sich am 1. September 1806 am Gnipen, welcher zusammen mit dem etwas höheren Wildspitz das Rossbergmassiv bildet. Der Rossberg (1568 m) liegt ca. 40 km südlich von Zürich zwischen Zuger und Lauerzer See in der Schweiz. Als Ursache werden die mit 15° bis 30° talwärts einfallenden Konglomeratbänke mit Mergelzwischenlagen (Bild) angesehen und als Auslöser (Trigger) heftige Regenfälle mit vorhergehender Schneeschmelze nach einem schneereichen Winter. Obwohl bereits mehrfach geologisch beschrieben, sind der mechanische Ablauf der Felsrutschung und die Ausbreitung des daraus hervorgegangenen Sturzstroms noch nicht vollständig geklärt. In den Jahren 2004 bis 2005 wurde an der ETH Zürich und TU München daran gearbeitet und dazu benötigte Gefahrkarten erstellt, und von der in Schlussbereich entnommenen Proben die geotechnischen Werte ermittelt (Thuro, Berner & Eberhardt 2005). Das Ziel dieser Arbeit ist es, ein Modell zu erstellen und mit Hilfe des Programms UDEC (Universal Distinkt Element Code) die Bewegung der Rutschmasse entlang der Gleitfläche zu simulieren. Um die möglichen Versagensmechanismen diskutieren zu können, werden die kritischen geotechnischen Parameter z.B. Elastizitätsmodul des Mergels, Dilitationswinkel, Normal- und Schersteifigkeit der Trennfläche (JKn Joint normal stiffness und JKs shear stiffness), rückgerechnet (back analysis). Schlußendlich werden diese kritischen Parameter in das endgültige Modell eingesetzt, um den Bergsturz zu simulieren.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro

2

Dipl.-Geol. Philipp Holzhauser, Dissertation:

Untersuchung der Scherfestigkeit von veränderlich festen Gesteinen im Hinblick auf Hangbewegungsphänomene

Beginn der Arbeit WS 2004/05

Zwischen den zwei großen Gesteinstypen, den Fest- und den Lockergesteinen existiert ein weites Feld von veränderlich festen Gesteinen, deren Eigenschaften sich durch die Fels- und Bodenmechanik nur schwierig erfassen lassen. Diese Gesteine nehmen  große Oberflächenbereiche ein und sind damit auch für viele Hangbewegungen von großer Bedeutung.
Die vorzustellende Dissertation soll zum besseren Verständnis der Eigenschaften und des Verhaltens der veränderlich festen Gesteine beitragen, wobei sich die Arbeit auf die Untersuchung der Scherfestigkeit im Hinblick auf Hangbewegungsphänomene konzentriert.
An Gesteinen drei verschiedener Schichtglieder (Amaltheenton, Eibrunner Mergel und Kössener Mergel) werden mehrere Reihen von Rahmenscherversuchen durchgeführt. Bei diesen Versuchsreihen werden verschieden stark verwitterte Proben der genannten Gesteine abgeschert, um die Abhängigkeit der Scherparameter vom Verwitterungsgrad zu ermitteln. Des weiteren werden bei einigen Versuchen die Versuchsbedingungen (z.B. gestörter oder ungestörter Einbau, unterschiedliche Konsolidierung, Vorschubgeschwindigkeit, Zeitpunkt der Wasserzugabe) variiert um deren Abhängigkeit auf die Versuchsergebnisse zu erfassen.Um eine Auswertung auf Grundlage einer größeren Versuchsanzahl durchführen zu können, werden zusätzlich zu den eigenen Versuchen auch bereits vorhandene Scherversuche (aus der Literatur & vom LfU) mit herangezogen. Die Recherche hat gezeigt, daß vor allem für die Schichtglieder  Opalinuston, Feuerletten, Eisensandstein und Zementmergel-Schichten mehrere nutzbare Scherversuche vorhanden sind

Die bisherige Auswertung der gesammelten und selbst durchgeführten Scherversuche lässt eine teilweise deutliche Abhängigkeit der Scherparameter vom Verwitterungsgrad erkennen.
Der Vergleich der Scherversuche zeigt aber auch, das die Wahl der Versuchsbedingungen einen erheblichen Einfluss auf die Versuchsergebnisse hat. Falsch gewählte Bedingungen führen schnell zu nicht repräsentativen Ergebnissen. Ein weiteres Ziel der Dissertation wird es daher auch sein, Empfehlungen für die Durchführung von aussagekräftigen Scherversuchen an veränderlich festen Gesteinen zu geben.

Eine Hangbewegung aus dem Raum Regensburg wird als Fallbeispiel näher behandelt. Hierbei kommen die ermittelten Scherfestigkeiten des Eibrunner Mergels zur Anwendung. Die ermittelten Scherparameter der anderen Gesteine werden zur Bearbeitung weiterer Hangbewegungen im Rahmen anderer Dissertationen herangezogen.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro

Eibrunner Mergel als ungestörte Probe entnommen (15 cm x 15 cm Kastenformat)

3

cand. Geol. Katharina Heibl, Diplomarbeit und -kartierung:

Geologische Kartierung und Untersuchung der Großhangbewegung am Bolsterlanger Horn im Allgäu

Durchführung der Arbeit WS 2006/07 - WS 2007/08

Im Rahmen des Projektes GEORISK soll am Landesamt für Umwelt (LfU) eine Karte der durch Hangbewegungen gefährdeten Bereiche im Oberallgäu erstellt werden. Bereits 1996 wurde bei einer Begehung durch Mitarbeiter des damaligen GLA am Bolsterlanger Horn im Oberallgäu eine großräumige Hangbewegung festgestellt. In Absprache mit Herrn Dr. von Poschinger und Herrn Dipl. Geol. Mayer der Abteilung für Angewandte Geologie am LfU wurde von Herrn Prof. Dr. Herbert Scholz die Kartierung und Bearbeitung dieses Gebietes um das Bolsterlanger Horn als kombinierte Diplomarbeit und -kartierung vergeben. Die Ergebnisse der Diplomarbeit fließen mit in das GEORISK Projekt ein.
Das Ziel der Diplomarbeit/-kartierung ist es eine detaillierte geologische Geländeaufnahme des Gebiets zu liefern und ein besonderes Augenmerk auf die Erfassung von Geländeformen zu legen, welche Hinweise auf Hangbewegungen liefern könnten. Wichtig ist dabei die Ausdehnung, den Tiefgang und die Umgrenzung der Hangbewegung festzustellen Außerdem möchte ich versuchen den Mechanismus, die Geschwindigkeit und das Alter der Bewegung zu rekonstruieren bzw. näher einzugrenzen. Auch wichtig erscheint, wie die Aktivität der Hangbewegung einzuschätzen ist. Daneben sollen auch die Fragen geklärt werden ob für die Ortschaft Bolsterlang eine Gefährdung besteht und die abfließenden Bäche im Bezug auf Muren eine Gefahr darstellen.

Betreuer: Prof. Dr. Herbert Scholz & Prof. Dr. Kurosch Thuro

Bolsterlanger Horn im Allgäu

4

cand. Geol. Korbinian Schmid, Diplomarbeit und -kartierung:

Geologische Kartierung und Untersuchungen zu flachgründigen Hangbewegungen im Gebiet von Vorderhindelang im Allgäu

Durchführung der Arbeit WS 2006/07 - WS 2007/08

Auf Vorschlag von Herrn Dr. von Poschinger und Herrn Dipl.-Geol. Mayer von der Abteilung Angewandte Geologie am Bayerischen Landesamt für Umwelt (LFU) wurde im Sommer und Herbst 2006 ein Gebiet im Bereich von Vorderhindelang im Oberallgäu im Maßstab 1 : 5 000 geologisch-morphologisch kartiert. Die Arbeit wird von Herrn Prof. Dr. Scholz betreut und die Ergebnisse sollen in das GEORISK-Projekt des LFU einfließen. Im Rahmen der Kartierung ging es einerseits darum, den recht komplizierten geologischen Aufbau dieser Region weiter aufzuklären, andererseits sollten insbesondere alle Hangbewegungsphänomene detailliert aufgenommen und dokumentiert werden.
Aus den Geländeaufnahmen und mit Hilfe von extern durchgeführten Altersbestimmungen konnte für das im Grenzbereich zwischen Helvetikum, Ultrahelvetikum, Feuerstätter Flysch und Rhenodanubischen Flysch gelegene Kartiergebiet ein in wesentlichen Dingen neues und genaueres Bild der geologischen Verhältnisse erstellt werden.

Die kartierten überwiegend flachgründigen Hangbewegungen werden zunächst nach allgemeinen Kriterien wie Größe, Tiefgang, Bewegungsmechanismus und Alter charakterisiert. Weitere Schritte sind Untersuchungen zu der Frage, welche Einflüsse Niederschläge, Exposition und nicht zuletzt die Vegetation auf die Entstehung dieser Bewegungen haben. Außerdem bedarf es einer genaueren Analyse des Untergrunds im Bezug auf seine hydrogeologischen Verhältnisse und der boden- bzw. felsmechanischen Eigenschaften. All diese Faktoren sollen letztlich zu einer Einschätzung des Gefahrenpotentials für die besiedelten und genutzten Gebiete bei Vorderhindelang führen.

Betreuer: Prof. Dr. Herbert Scholz & Prof. Dr. Kurosch Thuro

Skizze der flachgründigen Hangbewegungen im Gebiet von Vorderhindelang

5

cand. Geol. Maike Weißflog, Diplomarbeit & -kartierung:

Ursachen und Phänomene des Talzuschubs am Stupfarri/Vorderes Kaunertal, Tirol

Durchführung der Arbeit WS 2006/07 - WS 2007/08

Talzuschub – das Stiefkind unter den Hangbewegungen. In menschlichen Zeiträumen können Talzuschübe und ihre Bewegungsraten kaum gemessen werden und sind deshalb nur wenig untersucht. Dennoch sind sie auf Karten und Luftbildern deutlich zuerkennen und abzugrenzen. Eine geomorphologische Kartierung der oberflächigen Phänomene kann als Grundlage zur Erforschung der mechanischen Zusammenhänge genutzt werden.
So auch im Vorderen Kaunertal/Tirol. Hier handelt es sich um einen Talzuschub innerhalb eines Paragneises des Ötztal-Kristallins, der eindeutig im Luftbildern abgrenzbar ist. Es wurde mit Hilfe von hochauflösenden Orthophotos eine geomorphologische Kartierung durchgeführt und anschließend die Geländedaten in einem Geoinformationssystems (GIS) eingegeben und ausgewertet.
Die georeferenzierte Aufbereitung ermöglicht eine Auswertung der Geländedaten auf hohem technischen Niveau. Die digitale Verknüpfung von unterschiedlichen Datensätzen bietet eine flexible Verfügbarkeit zur weiterführender Forschung.
Der Vortrag wird einen Überblick über die Methodik der Aufnahme im Gelände und Auswertung mit einem GIS-Programm geben. Außerdem wird auf die Ansätze einer Theorie zur Mechanik des Talzuschubs eingegangen.

Diese Arbeit wird in Kooperation mit Dr. Christian Zangerl vom alpS- Institut für alpine Naturgefahren in Innsbruck durchgeführt.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro

3D-Ansicht des Talzuschubs unterhalb des Stupfarri im vorderen Kaunatal

6

cand. Geol. Sven Jung, Diplomarbeit & -kartierung:

Kartierung der Phänomene und ingenieurgeologische Untersuchungen der Hangbewegung Sudelfeld bei Bayrischzell

Durchführung der Arbeit WS 2006/07 - SS 2007

Im östlichen Sudelfeld, zwischen Oberaudorf und Bayrischzell, gerieten am Ostersonntag 1935 1,5 Mio. m³ in Bewegung. Eine Reaktivierung der nördlichen Flanke mit einem Volumen von ca. 30000 m³ erfolgte im Jahr 1997. Die Bewegungen setzen sich im Bereich von Zentimetern pro Jahr fort und werden halbjährig vom Geologischen Dienst des LfU im Rahmen des GEORISK-Programms überwacht.
Das Gebiet wurde vor allem unter ingenieurgeologischen Gesichtspunkten bearbeitet und soll auch als Grundlage für das Forschungsprojekt „Entwicklung und Erprobung eines integrativen 3D-Frühwarnsystems für alpine instabile Hänge“ dienen.
Die auf Basis der Geländearbeit erstellten Profile wurden in Computermodelle umgesetzt, um so Hinweise auf Ursachen und Versagensmechanismen der Hangbewegung zu erhalten.
Die Ursache der Hangbewegungen ist die Verwitterung der Mergel in den Kössener Schichten. Der hangende Rhätolias-Riffkalk bewegt sich vermutlich auf einer polygonalen Scherfuge am Top oder innerhalb der Kössener Mergel, wobei als Bewegungsmechanismus „Driften“ (Spreading) in Frage kommt.
Der Trigger der Haupthangbewegung war das Taufluten um Ostern 1935. Für die Hangbewegung von 1997 war lang anhaltender Niederschlag der Auslöser.
Nach ersten Computermodellberechnungen ist die Tiefenlage der Kössener Mergel für die Gesamtstandsicherheit des Hanges nicht maßgeblich. Die Gesamtstandsicherheit bewegt  sich heute um den Wert Eta=1 und befindet sich somit im labilen Gleichgewichtszustand.
Aufgrund der anhaltenden kontinuierlichen Bewegung ist ein weiteres plötzliches Versagen des gesamten Hanges bzw. eine vollständige Reaktivierung unwahrscheinlich. Einzelne meist oberflächennahe Bewegungen sind jedoch häufig.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dipl.-Geol. John Singer)


3D-Ansicht der Hangbewegung im Sudelfeld

7

cand. Geowiss. Ferdinand Flechtner, Bachelor-Arbeit:

Untersuchung der Hangbewegung am Sudelfeld mittels Radarinterferometrie

Durchführung der Arbeit SS 2007

Die Aufgabe dieses Teilprojektes, ist die Untersuchung der Hangbewegung Sudelfeld mit Hilfe von Fernerkundung, d.h. mit differentieller SAR Interferometrie (D-InSAR).
Dabei wird auf die Technik der Radarinterferometrie eingegangen. Es werden bei D-InSAR zwei Radarbilder desselben Gebietes aber zu verschiedenen Zeiten, mit einander korreliert. Durch Phasenunterschiede in den Bildern, hervorgerufen durch mögliche Bewegungen, z.B. einer Hangbewegung, entstehen in dem korrelierten Bild "Ringe", an denen man Bewegungen ablesen kann. Es können dadurch Unterschiede im cm Bereich festgestellt und beobachtet werden. Auf die Schritte, die nötig sind, um zu dem finalen "Bewegungsbild" (Interferogramm) zu kommen, wird später in der Arbeit genauer eingegangen.

Des Weiteren wird auch untersucht, ob D-InSAR für dieses Projekt überhaupt anwendbar ist oder ob diese Technik der Fernerkundung nicht für Sudelfeld geeignet ist.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dipl.-Geol. John Singer)


Kohärenzbild des Sudelfeld Gebietes - ein Schritt auf dem Weg zum Interferogramm

8

cand. Geowiss. Daniel Weiß, Bachelor-Arbeit:

Kalibrierung der Deformationsmessung mit TDR-Kabeln

Durchführung der Arbeit SS 2007

Bei der Messung mit Time Domain Reflectometry TDR werden Koaxkabel zur Deformationsmessung einer Scherbahn in der Tiefe verwendet. Um über die Amplitude des reflektierten Signals die Verformung zu erhalten, müssen Kalibrierversuche mit verscheidenen Kabeltypen bei unterschiedlichen mechanischen Belastungsarten durchgeführt werden. Ferner spielt die Interaktion zwischen Kabel, Injektionsgut (im Ringraum der Bohrung) und dem Gebirge eine große Rolle. Daher werden komplette Kombinationen in einem neu konstruierten TDR-Versuchsstand getestet.
Ergebnis sollen Kalibrierkurven für verschiedene Kombinationen von Kabel und Injektionsgut in einem künstlichen "Bohrstrang" bei verschiedenen Bohrdurchmessern sein. Im Rahmen dieser Bachelor-Arbeit werden die grundsätzliche Funktionsweise des TDR-Versuchsstandes erprobt und die ersten Versuche hierzu durchgeführt.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dipl.-Geol. John Singer)

Messung der Tiefe einer Scherbahn mittels TDR

9

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cand. Geol. Lucia Haller & cand. Geol. Georg Büttner, Diplomarbeit und -kartierung:

Der Atlanta West Area Sewer Overflow (CSO) Storage Tunnel in Atlanta, Georgia, U.S.A. - Kartierung und Auswertung von zwei TBM-Vortrieben

Durchführung der Arbeit WS 2006/07 - WS 2007/08

Im August 2005 wurde in Atlanta, Georgia begonnen zwei Tunnels mit Herrenknecht-Gripper-Tunnelbohrmaschinen in Gneisen aufzufahren. Sie sollen bei Überlastung des Klärwerkes als Speicher für Regen- und Abwasser dienen. Die TBMs sind von baugleicher Art und haben einen Durchmessser von 8,23 m.
Im Zuge eines Praktikums wurden von mir 1,8 km bzw. 1,1 km (von 6,6 km bzw. 6,9 km) der aufgefahrenen Strecke in Gneisen als Tunnelabwicklung aufgenommen. Außerdem wurden die Daten über den Maschinenvortrieb vom Bordcomputer der Maschinen kopiert, Informationen über den Cutterverschleiß gesammelt und Bohrkerne zur Ermittlung der Gesteinsfestigkeit genommen.
Auf dieser Basis wurde ein Plan erstellt, in dem Längs- und Horizontalschnitt durch den Tunnel dargestellt werden. Zudem werden Maschinendaten wie Anpresskraft, Penetration und Drehmoment graphisch dargestellt und mit den Schnitten abgeglichen. An den Bohrkernen wurde die Gesteinsfestigkeit bestimmt. Außerdem wurde der CAI-Index und an Dünnschliffen  der äquivalente Quarzgehalt ermittelt. Somit können mit dem Hintergrundwissen über die Verschleißmessungen an den Disken detailliertere Aussagen über die Gebirgsfestigkeit gemacht werden.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dipl.-Geol. Heiko Käsling)

Ortsbrust nach Blockade von zwei Mehrfach-19"Disken (Foto: Haller)

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Dipl.-Geol. Nik Schormair, Dissertation:

Der Einfluss der Anisotropie bei der Gebirgslösung im Tunnelbau – Modellierung und Wirklichkeit

Der Einfluss der geologischen Gegebenheiten auf die Wirtschaftlichkeit eines Tunnelprojektes spielt eine entscheidende Rolle, wenn sich herausstellt, dass die gewählte Vortriebsweise für die vorgefundenen geologischen Verhältnisse nicht geeignet ist. Um das Risiko der Wahl einer falschen Vortriebsweise zu minimieren, ist zu überlegen, den Gesteinszerstörungsprozess zu den jeweiligen verwendeten Bohrwerkzeugen genauer zu betrachten. Um den Zerstörungsprozess an der Bohrlochsohle und unter den Schneiden von Disken darzustellen, wurden numerische Methoden verwendet.
Für die Untersuchungen wurde der numerische Code PFC (Particle Flow Code) der Firma ITASCA Consulting Group verwendet. Dieser Code basiert auf der distinkten Elemente Methode. Der Code modelliert die Bewegungen und Interaktionen von aus Bällen aufgebauten Körpern. Die einzelnen Bälle können an ihren Kontakten verbunden werden, um einen festen Körper zu simulieren, der durch fortschreitendes Aufbrechen der Bindungen durch Belastung mit Werkzeugen zerstört wird. Mit dieser Methode ist es möglich mikro- und makromechanische Prozesse gleichzeitig zu simulieren. Es ist möglich die Brüche im virtuellen Gestein, die durch die Ausbruchswerkzeuge erzeugt wurden, zu simulieren.
Dies bedeutet, dass man die im Tunnelprojekt vorgefundenen Gesteine modellieren und danach in den virtuellen Gesteinen Bohr- bzw. Schneidversuche mit verschieden Werkzeugen durchführen kann. So kann man den Einfluss der Anisotropie auf die Bohr- bzw. Schneidleistung untersuchen. Ebenso lässt sich der Einfluss der Schieferungsrichtung im Bezug zur Bohrrichtung und zur jeweiligen Löseleistung simulieren und untersuchen.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro

Bohrlochsohle in Granit

Anisotropes Gestein (modelliert mit PFC) mit eingedrungenen Disken

12

cand. Geol. Christoph Dinger, Diplomarbeit & -kartierung

Geologische Kartierung in Vulkaniten im Zentralanatolischen Hochland, nördlich von Ankara, Türkei.

Durchführung der Arbeit WS 2006/07 - SS 2007

Die Kartierung wurde auf Anregung und mit Unterstützung Der SÜD-CHEMIE AG durchgeführt, die in diesem Bereich einen aktiven Abbau auf Industrieminerale betreibt und aus die-sem Grund ein Interesse an zusätzlichen geologischen Grundlagendaten hat.
Das  Kartiergebiet liegt etwa 100 km NNE von Ankara im Zentralanatolischen Hochland, genauer gesagt im Bezirk Orta der Region Çankiri.
Vorgefunden wurde eine sehr vielgestaltige Palette an überwiegend vulkanischen Gesteinen aus dem Tertiär und dem Quartär. Da es wahrscheinlich für das Arbeitsgebiet und auch für die nähere Umgebung bisher keine detaillierten geologischen Kartierungen gibt, stand zuerst die zeitliche Einordnung der vorgefundenen Gesteine im Vordergrund. Bei dieser Zuordnung zu verschiedenen Formationen konnte auf einen Aufsatz von Türkmenoglu zurückgegriffen werden, in dem ein nahegelegenes Typprofil beschrieben wird, das sich teilweise gut auf die vorgefundenen Verhältnisse übertragen läßt.
In meinem Vortrag möchte ich über die Kartiermethodik, die vorkommenden Gesteine, Abgrenzungs- und Zuordnungsprobleme  sowie sonstige Erfahrungen und Erkenntnisse berichten. Neben den rein geologischen Aspekten soll aber auch ein Eindruck vom Leben der Bevölkerung in diesem doch sehr abgelegenen Teil der Türkei vermittelt werden und wie man als Exot, der sich nur mit Händen und Füßen verständigen kann dort aufgenommen wird.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dr. Gerhard Lehrberger)

13

cand. Geowiss. Hendrik Klar, Bachelor-Arbeit:

Verwendung und Verwitterung der Naturwerksteine an den Gebäuden des Stammgeländes der Technischen Universität München.

Durchführung der Arbeit SS 2007

Kartierung und Bestandsaufnahme sowie Bestimmung und Verwendung der Bau- und Denkmalgesteine im Innen-, wie auch Außenbereich der Gebäude des Stammgeländes der TU München, in Korrelation mit der Baugeschichte. Dokumentation der Verwitterungszustände und Einstufung in die Verwitterungsgrade der verschiedenen Außengesteine und ein Vergleich des Zustands der Granite, die zur Wetterseite südöstlich stehen, mit den Graniten des Innenhofes (Ostwand).

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dr. Gerhard Lehrberger)

TU-Südostfassade

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cand. Geowiss. Christian Papelitzky, Bachelor-Arbeit:

Beurteilung von Hartgesteinskörnungen mit Hilfe des LCPC - Abrasivitätstests und der Kornformanalyse

Durchführung der Arbeit SS 2007

Ziel der Bachelorarbeit ist die Untersuchung der Korngrößen- und Kornformabhängigkeit des LCPC-Abrasivitäts-Koeffizienten LAK verschiedener Hartgesteine. Das Probenmaterial stammt zum einen aus dem Bohrklein von Sprenglochbohrungen (Imlochhammer - Dreh-Schlag-Beanspruchung) in Hartgesteinssteinbrüchen, zum anderen wurden Körnungen aus der Produktion entnommen (nach diversen Aufbereitungsschritten, u.a. mehrere Brechstufen sowie Kornformanpassung in der Prallmühle). Vorhandene Gesteinskennwerte (z.B. Schlagfestigkeitswerte SZ, Schlag-Abrieb-Festigkeitswerte LA, petrographische und geochemische Eigenschaften des jeweiligen Gesteins) können aus der Literatur sowie aus Fachgutachten verwendet werden, um eine Einschätzung der LCPC-Abrasivität vorzunehmen. Unter Umständen können Korrelationen mit SZ- und/oder LA-Werten erzielt werden. In der Arbeit werden zwei Basalte und je ein Diabas, Amphibolit und Granit untersucht.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dr. Gerhard Lehrberger & Dipl.-Geol. Heiko Käsling)

(1) Bohren von Sprenglöchern (2) Mobile Aufbereitungsanlage
(3) Kornformmessung (4) LCPC Abrasivitätsmessanlage

 

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cand. Geowiss. Andreas Simmerl, Bachelor-Arbeit:

Gesteine der Pflasterbeläge in der Innenstadt von Straubing

Durchführung der Arbeit SS 2007

Gegenstand der Bachelorarbeit ist die Kartierung und petrographische Charakterisierung der Pflasterbeläge der Straubinger Innenstadt. Neben den klassischen Gesteinseigenschaften soll auch die Verlegearten, Oberflächenbearbeitung, technische Eigenschaften, Chronologie der Verlegung und etwaige Besonderheiten („exotische“ Gesteinsarten, ungewöhnliche Formate und Bearbeitungsformen etc. Häufungen, etc.) geachtet werden. Informationen zur Herkunft der Gesteine sollen durch Recherchen im Stadtarchiv oder entsprechender Literatur ebenfalls in der Bachelorarbeit berücksichtigt werden. Im Zuge der Arbeit werden in 10-12 Geländetagen die Beläge vor Ort erfasst. Die gewonnenen Daten werden zusätzlich mit einer GIS Anwendung erfasst und ausgewertet.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dr. Gerhard Lehrberger)

Straubinger Stadtturm

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cand. Geowiss. Florian Menschik, Bachelor-Arbeit:

Das Marmorvorkommen am Lazurovy vrch (Lasurberg) südwestlich von Tepla in Westböhmen
Lagerstättenkundlich-petrographische, ingenieurgeologische und historische Aspekte

Durchführung der Arbeit SS 2007

Im Vordergrund dieser Bachelorarbeit stehen die Geländeaufnahme der Marmorvorkommen am Lazurový vrch (Lasurberg) sowie die petrographische Dünnschliffanalyse der Marmore und Amphibolite. Die Kartierung umfasst die Amphibolitfolge im Grenzbereich zwischen Marienbader Komplex und Teplá-Kristallin. Neben der lithologischen Gliederung werden dabei auch die wirtschaftlich interessanten Marmore und deren Abbaue kartiert. Zudem sollte auf Überreste der Kalkverarbeitungsanlagen geachtet werden. Im Mittelpunkt der Dünnschliffanalysen liegt die genaue Betrachtung der Grenzbereiche zwischen Marmor und dem Amphibolit als Nebengestein, des zart rosa gefärbte Marmors und der mit Feldspäten gebänderten Amphibolite. In der Vergangenheit wurde aus dem Marmor vor allem Kalk gebrannt, aber auch die Verwendung als Naturwerkstein ist überliefert. Ein bedeutendes Bauwerk, für das der Branntkalk vom Lazurový vrch verwendet wurde, stellt das Kloster Teplá dar.

Betreuer: Prof. Dr. Kurosch Thuro (mit Dr. Gerhard Lehrberger)

Lazurovy vrch (Lasurberg) und rosa Marmor


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Informationen
Lehrplan (PDF)