Untersuchungen
zum Quellverhalten
von Anhydrit und quellfähigen Tonmineralen
Dissertation Florian
Rauh
Seit man
vor etwa 150 Jahren mit dem modernen Hohlraumbau begonnen hat, traten
immer wieder gravierende Probleme mit quellendem Gebirge auf(1). Auch
bei zukünftigen Bauprojekten (z. B. Stuttgart 21) wird mit Schwierigkeiten
durch quellendes Material gerechnet. Ziel dieser Arbeit ist es einen
weiteren Beitrag zu leisten um in der Zukunft dieses Phänomen besser
beherrschen zu können.
Vorgehen:
Es wurden sowohl natürliche, quellfähige Tonproben als auch
aufbereitete Na- und Ca-Bentonite für die Versuche herangezogen.
Ebenso konnten 4 Anhydritproben aus aktuellen Tunnelvortrieben und je
1 Anhydritprobe aus einem Erkundungsprogramm und einem Steinbruch entnommen
werden. Alle Proben werden eingehend mit unterschiedlichsten Methoden
mineralogisch und geochemisch (Dünnschliffanalyse, Rasterelektronenmikroskopie,
Röntgendiffraktometrie etc.) untersucht. Parallel dazu wird Ihre
Quellfähigkeit mit verschieden Quellversuchen getestet.
Pulverquellversuch
nach THURO (1993)(2):
Die meisten Quelluntersuchungen werden mit Hilfe des Pulverquellversuches
(PQ) durchgeführt. Zum Einen kann mit diesem Versuch jegliches
Probenmaterial in relativ kurzer Zeit getestet werden, zum Anderen sollte
der Versuch weiterentwickelt und verbessert werden.
Beim PQ wird die getrocknete und ge-mahlene Probe in mehreren Schichten
in die Ödometerzelle (s. Abb.) eingebaut. Nach der Wasserzugabe
wird die Quellhebung in mm an der Messuhr abgelesen.

Abbildung: Skizze des
Versuchsaufbaus beim Pulverquellversuch („Ödometerzelle“)
Ergebnisse:
Erstmals wird versucht eine Korrelation zwischen verschiedenen Arten
von langwierigen Quelldruckversuchen und dem wesentlich schneller ablaufenden
Pulverquellversuch herzustellen. Nach den bisherigen Erkenntnissen scheint
sich eine in etwa lineare Abhängigkeit zu ergeben.
Bei den reinen Anhydritproben zeichnet sich bei identisch aufgebereitetem
Material unterschiedliches Quellpotential ab. Nach dem momentanen Stand
der Arbeiten lässt sich die Quelleigenschaft am besten anhand der
Kristallinität(3) mithilfe von Dünnschliffen beurteilen. Bemerkenswert
ist dabei der Zusammenhang zwischen Quellpotential und Metamorphosegrad
bzw. ehemaliger Überlagerung.